Kurwesen auf der IBO: Menschliche Kompetenz statt Klick-Ökonomie
Auf der Messe IBO in Friedrichshafen galt mein besonderes Interesse den Badekuren. In der „Thermenstraße“ präsentierten sich verschiedene Aussteller; gleichzeitig waren auch die Krankenkassen vertreten. Das ist wichtig, denn ambulante Badekuren werden derzeit kaum nachgefragt: In der Altersgruppe über 55 Jahren sind es vermutlich lediglich 5 %, und nur die Hälfte davon verfolgt das Ziel, darüber proaktiv mit einem Arzt zu sprechen.
Denn hierzu fehlt oft die Information, wo man buchen kann. Eine hervorragende Quelle ist der Deutsche Heilmittelverband.
Weshalb Regionalmessen wie die IBO wichtig sind
Es wäre wünschenswert, wenn mehr Aussteller Messen wie die IBO nutzen würden. Das Tourismus-Marketing wandelt sich derzeit zu einer reinen Klick-Ökonomie. Doch während Hotels über Buchungsportale austauschbar werden, verfügen Kurbäder über ein Pfund, das kein Algorithmus ersetzen kann: die menschliche Kompetenz in der Heilung. Ein Auftritt auf der IBO ermöglicht den direkten Dialog, der Mimik und Gestik einbezieht und vor allem die Menschen hinter dem Kurbad sichtbar werden lässt.
Vorfreude statt Wartezimmer-Frust
Meist geht ein Patient erst zum Arzt, wenn es wehtut. Er erhält dort ein Rezept, doch das Thema Badekur wird kaum angesprochen. Dies oft aus Unkenntnis über die Möglichkeiten. Auf der Messe IBO hingegen werden Besuchende inspiriert, ihre Leiden zu hinterfragen:
- Welche Heilungsmöglichkeiten gibt es?
- Wie wirkt ein Kurbad konkret?
- Wie entwickelt sich die moderne Kurmedizin?
Es wäre ein Gewinn, wenn Kurärzte die Messe nutzen würden, um direkt am Stand oder in Vorträgen zu informieren. Statt für teure Google-Ads zu bezahlen, könnten sie hier Fragen beantworten, auf welche sonst Patienten monatelang warten müssten, um sie bei ihrem Arzttermin zu klären.
Der politische Wille und die Kostenfrage
Badekuren sind kostspielig. Eine Moorkur in Bad Wurzach kostet etwa 3.600 €, in Osteuropa meist über 2.000 €. Wenn durch Zuzahlungen der Kassen nur 1.000 € gedeckt sind, stellt sich die soziale Frage: Was haben wir davon, wenn sich eine Kur nur Reiche leisten können? Hier ist politischer Wille gefragt. Schließlich sichert das Kurwesen wertvolle Arbeitsplätze und fördert ganze Regionen.
Der mündige Patient als Botschafter
Dank des Internets sind Patienten heute vermeintlich besser informiert. Doch erst das Wissen, das Reisende am Messestand erfahren, lässt Reisende wirklich mündig werden. Diese lernen zu unterscheiden, welche spezifische Behandlung (Moor, Thermalwasser, Radon) persönlich und individuell unterstützt. Dadurch geschieht etwas Entscheidendes:
- Reisende gehen aktiv auf ihren Arzt zu.
- Sie fragen gezielt nach einer Behandlung an einem bestimmten Ort.
- Sie werden zu den aktiven Gestaltenden ihrer eigenen Gesundheit.
Vertrauen ist die beste Investition
Digitale Berieselung macht passiv. Ein persönliches Gespräch am Messestand – vielleicht bei einem Espresso – schafft eine Bindung, die keine Website der Welt aufbauen kann. In einer Zeit der Entmenschlichung ist das Kurbad ein Fels in der Brandung; es «zeigt Gesicht».
Mit der Thermenstraße wagt die IBO ein spannendes Konzept. Um dieses aufzuwerten, könnten künftig eine große Übersichtskarte aller Thermen unter dem Hallendach sowie ein erweitertes Vortragsprogramm integriert werden. Auch für die Aussteller selbst ist der Austausch mit den anwesenden Krankenkassen (wie AOK, Barmer oder TK) von beachtlichem Vorteil.
Weitere Informationen zu Kosten und Voraussetzungen finden Sie hier:
Bitte konsultieren Sie auch unsere bisherigen Informationen zum Kurwesen, wo wir auch auf das Schweizer Versicherungsmodell eingehen. Demnächst werden wir hierzu auch konkrete Fallbeispiele veröffentlichen: baeder.reisen/kosten.
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